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14.03.2014
Feuertrutz 2014
 
 
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Hochhausbrand

11.05.2016

Schon im Treppenhaus kamen den Einsatzkräften bei der Erkundung mehrere Personen entgegen die über starken Hustenreiz klagten. Sofort wurde von der Einsatzleitung das Alarmstichwort auf MANV (Massenanfall von Verletzten) erhöht eine Richtige Entscheidung wie sich im Nachhinein herausstellte.

 

 

 

Insgesamt wurden 28 Menschen verletzt, bei vier Personen waren die Vitalwerte akut bedroht. Es waren 20 Rettungswagen, sieben Notärzte und ca. 70 Rettungskräfte im Einsatz. Es stellt sich die Frage:“ Wäre die Katastrophe mit so vielen Verletzten zu vermeiden gewesen? Die Ursache für den Brand - ein Ölbrand in der Küche im 16. Obergeschoss sicherlich nicht aber die Auswirkungen von 28 Verletzten hätten vermieden werden können. Eine Rauchschutzdruckanlage wäre hier in der Lage gewesen die flüchtenden Menschen sicher aus dem Hochhaus hinaus zu bekommen.

 

Bei der Rauchschutzdruckanlage wird im Treppenhaus ein kontrollierter Überdruck zu den umgebenen Räumen erzeugt und somit der Treppenraum als Fluchtweg rauchfrei gehalten. Hier stellt sich die Frage:“ Wie groß darf eigentlich der Überdruck sein?“ Im Brandfall darf die Druckdifferenz auf keine der angrenzenden Türen eine größere Kraft als 100N (das entspricht ca 50Pa bei einer 2,00m2 großen Tür) ausüben, da sonst das Risiko besteht, dass die Tür im Brandfall nicht mehr zu öffnen ist und hier besonders  von Kindern und älteren Mitbewohnern.

 

Durch diesen konstanten Überdruck im Treppenraum kann nun ein Raucheintritt aus der Brandetage in den Treppenraum verhindert werden. Dafür ist es notwendig, dass der offene Türquerschnitt in der Brandetage bei flüchtenden Personen mit einer ausreichenden Geschwindigkeit durchströmt wird. Für die Bemessung von RDAs gibt es die DIN 12101-Teil 6 „Festlegungen für Differenzdrucksysteme Rauch- und Wärmefreihaltung, die über unterschiedliche Klasseneinteilungen Gebäudetypen unterscheidet und entsprechende Parameter vorgibt.

 

Fazit:

Wäre eine Rauchschutzdruckanlage vorhanden gewesen, hätten die flüchtenden Personen einen rauchfreien Treppenraum vorgefunden und sich sicher und rauchfrei ins Freie retten können. Auch die Rettungs- und Löschkräfte benötigen rauchfreie Sichtbedingungen, um die Rettenden zu finden und zu bergen sowie den Brandherd zu lokalisieren und löschen.

 

Ihr AGE Team